Axel Springer Akademie: „Social Media gehört dazu“

Axel Springer Akademie und das neugestartete Projekt 20zwoelf - für Direktor Marc Thomas Spahl spielt Social Media eine wichtige Rolle, ist aber kein Ersatz für professionellen Journalismus

Vergangene Woche haben 20 Journalistenschüler der Axel Springer Akademie das Online-Magazin und Blog 20zwoelf.de über Pressefreiheit gestartet. Bereits seit Ende November sind sie auf Twitter und Facebook unterwegs und haben mittels eines Countdowns auf ihr Projekt aufmerksam gemacht. „Die Resonanz darauf in den sozialen Medien war jedenfalls schon vor dem Start beachtlich“, erklärt Marc Thomas Spahl, Direktor der Akademie, auf Anfrage von Netzwerkjournalist. Wenn es nach ihm geht, dann gehöre Social Media einfach dazu, um (junge) Menschen für das Thema zu begeistern.

Wie der Direktor erzählt, haben die Journalistenschüler bisher ihr erstes Halbjahr an der Akademie absolviert und in den vergangenen Monaten die Geschichten für die Plattform recherchiert und aufgearbeitet. In den nächsten Monaten werden die Journalisten des 20zwoelf-Teams, parallel zur nächsten Station ihrer Ausbildung bei WELT kompakt, weiterhin an der Website arbeiten. Im Interview mit MEEDIA hat Marc Thomas Spahl bereits ausführlich über das Projekt gesprochen, für Netzwerkjournalist hat  der ASA-Direktor noch einmal drei Fragen zur Ausbildung in der Axel Springer Akademie und den Stellenwert von Social Media beantwortet.

Herr Spahl, welchen Stellenwert hat Social Media bei Ihnen in der Ausbildung?

Das ist kein Ersatz für professionellen Journalismus, bei dem recherchiert, überprüft, bewertet wird. Aber erstens nimmt die Bedeutung der sozialen Medien als Recherche-Quellen immer mehr zu. Unsere Journalistenschüler lernen daher, wie Twitter-Accounts, YouTube-Videos, Flickr-Fotos oder Blog-Einträge verifiziert und als Quellen genutzt werden können. Und zweitens erreichen wir über die sozialen Medien natürlich auch viele potenzielle Leser und können uns direkt mit ihnen austauschen. Auch wie die zielgruppengerechte Verbreitung von Geschichten über Social Media läuft, lernen unsere Studenten in der Ausbildung.

Welches Angebot bieten Sie und wie hoch ist die Nachfrage danach?

Die zweijährige Ausbildung ist konsequent praxisorientiert, wir vermitteln das Handwerk von Grund auf. Schwerpunkte bilden Recherche-Training und crossmediales Arbeiten, u.a. mit umfangreichen Video-Schulungen. Die Ausbildung schließt mit einer Masterclass „Investigativer Journalismus“ an der Columbia School of Journalism in New York ab, mit der die Axel Springer Akademie als einzige Journalistenschule weltweit ein exklusives Austauschprogramm unterhält. Wir verbinden damit die Vorteile einer traditionsreichen Journalistenschule mit denen eines klassischen Volontariats. Jedes Jahr bewerben sich rund 1000 junge Journalisten um einen der 40 Plätze, die wir dann in einem sehr aufwendigen Auswahlverfahren vergeben.

Nach Ihrer Einschätzung, welche Erfahrung zu Social Media bringen die Journalistenschüler mit? Inwieweit hat sich das in den vergangenen Jahren geändert?

Die meisten Journalistenschüler sind als Digital Natives aufgewachsen, der Umgang mit Facebook und Twitter ist für sie selbstverständlich. Klar hat die Affinität zu Social Media in den letzten Jahren enorm zugenommen. Aber: Wenn jemand bloggen kann, bedeutet das noch nicht, dass er auch tatsächlich gute journalistische Texte schreiben kann oder sich mit professioneller Recherche auskennt. Alles, was zu solchem Arbeiten gehört, bringen wir den Journalistenschülern während der Redakteursausbildung bei.

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