Weniger Social Media-Skeptiker in der Journalistenweiterbildung

Das Misstrauen vieler Journalisten gegenüber Social Media ist kleiner geworden. Auch bei Weiterbildungsmaßnahmen: In der Akademie für Publizistik werden die Seminarangebote zu Social Media ähnlich häufig genutzt wie vor drei Jahren, nur sind die Skeptiker weniger geworden. „Die Phase des Widerstands und der Skepsis scheint mir überwunden zu sein“, sagt Annette Hillebrand, Direktorin der Hamburger Institution, im Gespräch mit Netzwerkjournalist. Immerhin: Twitter, worüber bereits 2007 ein Seminar angeboten wurde und das damals noch keine Resonanz fand, hat sich nun zunehmend unter den Journalisten etabliert.

„Die Notwendigkeit bei Social Media präsent zu sein, ist erkannt und das merken wir“, bemerkte Hillebrand in diesem Jahr bei den Teilnehmern. Vor allem bei den Volontärkursen sei ein großer Unterschied zu erkennen. Noch vor zwei Jahren hätte die Akademie die Rolle gehabt, die Teilnehmer auf das „Neue“ aufmerksam zu machen und sie dazu zu bewegen, sich damit zu beschäftigen. Vor zwei und drei Jahren waren weniger als 20 Prozent eines Volontärskurses bei Twitter aktiv, heute ist es mittlerweile mehr als die Hälfte.

Acht Kurse von den über 130 Seminaren und Volontärskursen bietet die Akademie dieses Jahr zum Thema Social Media an und nächstes Jahr sollen noch ein paar mehr hinzukommen. Der Fokus liegt dort deutlich auf Recherche in Sozialen Netzwerken. Für Hillebrand sei es wichtig zu zeigen, dass man darüber Gesprächspartner und Themen, auf die man vielleicht sonst nicht kommen würde, finden kann. Vor drei Jahren habe es in der Regel noch eine kontroverse Debatte gegeben, wozu das überhaupt wichtig sei. Die Direktorin sieht mittlerweile den Trend der Journalisten, „aufgeschlossener gegenüber Social Media zu sein, die Potenziale für die journalistische Arbeit besser zu erkennen und es als Möglichkeit, mit den Nutzern zu kommunizieren, wahrzunehmen. Und herauszufinden, dass das auch von Vorteil sein kann.“

Im Social Web „traut man sich mehr“. Ganz anders sieht es dagegen bei den Seminaren aus, bei denen gezeigt wird, wie man ganz persönlich von Social Media profitieren könne. Zwei Kurse, die vor allem für freie Journalisten konzipiert wurden, finden eher wenig Anklang: „Selbstvermarktung im Netz“ und „Geld verdienen im Netz“. „Offenbar können sich das viele für sich nicht vorstellen. Sie fragen sich, ob das wirklich auch für sie gilt“, versucht Annette Hillebrand zu erklären. Viele seien da „sehr zurückhaltend“.

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